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Pressespiegel
| Die Nordwest-Zeitung berichtet am 29. Juni 2010 |

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Betroffenheit in der Diakonie
Entlassener Geschäftsführer von der Osten räumt Vorwürfe ein.
Es geht um einen Betrag von 85 000 Euro. Die Sonderprüfer sollen ihre Arbeit so schnell wie möglich aufnehmen.
Von Jürgen Westerhoff, Nordwest-Zeitung Oldenburg
Oldenburg/Osnabrück. Eine Mischung aus Entsetzen und Betroffenheit prägt seit der vergangenen Woche die Stimmung im Diakonischen Werk Oldenburg. Erschrocken und enttäuscht mussten die Mitarbeiter zur Kenntnis nehmen, dass dem Finanzvorstand Joachim von der Osten (51) finanzielle Unregelmäßigkeiten vorgeworfen werden.
Seit über 25 Jahren war er in der Diakonie tätig, bevor die Zusammenarbeit jetzt mit der fristlosen Entlassung ein jähes Ende fand. Um 85 000 Euro soll er sich in den zurückliegenden Jahren bereichert haben – und gegenüber einem Notar hat er die Vorwürfe inzwischen schriftlich eingeräumt.
Rätselraten herrscht seitdem über die Gründe, die den mit etwa 100 000 Euro Jahresgehalt gut verdienenden Diakoniechef dazu gebracht haben, mehrfach falsche Abrechnungen mit fingierten Belegen vorzunehmen. Besorgt fürchten Kollegen und Mitarbeiter, dass sich ein unvorstellbares menschliches Drama hinter den Vorgängen verbirgt.
Zugetraut hat ihm das niemand. Im Gegenteil. Von der Osten genoss im Diakonischen Werk höchstes Ansehen – sowohl als Finanzfachmann als auch wegen seiner menschlich anständigen Art im Umgang mit Mitarbeitern und Partnern der Diakonie.
Die Einladungskarten für seine feierliche Verabschiedung waren schon gedruckt. Ab September sollte er Alleingeschäftsführer des Diakoniewerks Osnabrück werden. Dort war am Montag niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.
In Oldenburg will der Aufsichtsrat an diesem Dienstag die Sonderprüfung in Auftrag geben, die nun alle Kontenbewegungen der Gesamtholding untersuchen soll. Thomas Feld, theologischer Vorstand des Diakonischen Werks, gegenüber dieser Zeitung: „Wir werden gemeinsam mit dem Aufsichtsrat alles daran setzen, die Dinge sehr genau aufzuklären.“ Dabei gehe es auch um eine Überprüfung des gesamten Finanzsystems.
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